Aug

4

2012

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin

Abgelegt in Allgemein

Der Mythos Cholesterin
„Mein Cholesterinwert ist zu hoch.“ Viele kennen das. Ein Freund, Verwandter oder Kollege kommt vom Arzt und sagt: „Ich habe zu hohe Cholesterinwerte“. Was ist da zu tun? Im Allgemeinen hält sich der hartnäckige Gedanke, dass die bedauernswerte Person ab sofort keine Eier und keine Butter mehr essen darf und bis an ihr Lebensende Tabletten nehmen muss. Soweit, so veraltet.

Dabei hat sich im Bereich der erhöhten Blutfettwerte in den letzten Jahren eine ganze Menge getan und es sind große Bemühungen notwendig, das Cholesterin von seinem schlechten Image zu befreien. Die meisten wissen noch nicht, dass es nicht ein „hohes Cholesterin“ gibt, sondern dass bei der Blutuntersuchung verschiedene Cholesterine bestimmt werden.

Der Mensch und die Nahrung
Mit der Nahrung nimmt der Mensch unter anderem Fette zu sich. Tierische Fette enthalten immer Cholesterine, pflanzliche nicht. Der menschliche Körper ist aber auch von ganz alleine in der Lage, Cholesterin zu produzieren. Und das muss er sogar, denn es ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellstruktur und für deren Stabilität maßgeblich verantwortlich. Außerdem sorgt es für den Transport von Botenstoffen und den Aufbau mancher Hormone. Die gebildete Menge des Cholesterins ist bei jedem Menschen individuell.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Zusammenhang zwischen der Aufnahme cholesterinhaltiger Lebensmittel und steigendem Cholesterinspiegel nur schwach ausgeprägt ist. Das räumt mit dem Mythos auf, Eier, Butter und Innereien seien die größten Lebensmittelsünden bei hohen Cholesterinwerten. Doch das Cholesterin ist im Blut vorhanden und richtet dort auch Schaden an. Entscheidend ist die Art und Menge des vorhandenen Cholesterins.

Gutes und böses Cholesterin
Im gut ausgestatteten Labor mit Abzug, Laborgeräte, Gefahrstoffschränke wie hier zu sehen und vielem mehr werden verschiedene Blutfettwerte bestimmt: Das HDL (High-Density-Lipoprotein) wird allgemein als das gute Cholesterin bezeichnet, wo hingegen LDL (Low-Density-Lipoprotein) und VLDL (Very-Low-Density-Lipoprotein) als schlechtes oder böses Cholesterin bezeichnet werden.

Wenn das LDL im Blut zu hoch ist, lagert es sich im Laufe der Zeit an den Wänden der Blutgefäße ab. Es entstehen sogenannte Plaques, Verdickungen der Gefäßwände, die den Blutdurchfluss gefährden und irgendwann behindern. Man spricht dann auch von Arterienverkalkung oder Atherosklerose. Plaques in einer Herzarterie können zum Herzinfarkt führen, in einer Hirnarterie zum Schlaganfall. Ist genügend HDL im Blut vorhanden, kann es die LDL-Ablagerungen beseitigen und Plaques verhindern. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den beiden Werten ist also ideal, ein Überhang von HDL noch besser. Das VLDL kann mit LDL in einem Atemzug genannt werden, denn es ist eine Art LDL-Vorstufe mit hoher Fettdichte und einer großen Affinität zur Ablagerung an Gefäßwänden.

Risikofaktoren mindern bei erhöhtem Cholesterinspiegel
Natürlich spielt zunächst die Ernährung eine Rolle bei der Regulation des Cholesterinspiegels. Nahrungsmittel mit naturgemäß hohem Cholesterinanteil sollten reduziert werden, aber auch die Aufnahme gesättigter Fettsäuren, wie sie viel in tierischen Produkten, Süßigkeiten und Fertigprodukten vorkommen, muss eingeschränkt werden. Und auch wenn es für viele keinen offensichtlichen Zusammenhang hat, ist ein verminderter Verzehr von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Weißmehlprodukten ratsam. Im Gegenzug sollten reichlich Ballaststoffe zugeführt werden, da sie den Abbau von Cholesterin aktiv unterstützen. Logischerweise steht dem Verzicht auf tierische Fette ein gezielter Einsatz hochwertiger pflanzlicher Fette und Öle gegenüber.

Wie so häufig bei Gesundheitsfragen genügt nicht nur der Fokus auf Laborwerte und Ernährungsempfehlungen
Auch der Lebensstil und das Verhalten im Alltag haben Einfluss auf das Auf oder Ab der Cholesterinwerte. Hat der Patient ein Problem mit Übergewicht, ist eine Gewichtsreduktion ratsam, idealerweise mit zielorientiertem Sportprogramm. Rauchen und Alkoholkonsum müssen ebenfalls kritisch beurteilt werden.

Ein hoher Cholesterinspiegel tut nicht weh
Aber die Folgen sind möglicherweise lebensbedrohend und deshalb ist es ratsam bei Verdacht vorsichtshalber eine Blutuntersuchung vornehmen zu lassen, um rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und sich auch nicht ausschließlich mit der Einnahme von Medikamenten zu helfen.

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