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2012

Bildungsgutschein: Was man wissen sollte

Abgelegt in Allgemein

Bildungsgutscheine werden seit dem 1. Januar 2003 von den Arbeitsämtern an arbeitslose oder von der Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen nach eingehender Prüfung und Beratung ausgegeben. Bedingung hierfür ist allerdings, dass diese sämtliche Voraussetzungen von den Antragsstellern erfüllen. Im Folgenden soll hier genauer über den Bildungsgutschein und dessen Konditionen informiert werden.

Was ist der Bildungsgutschein?
Mit diesem Gutschein erhalten Weiterbildungswillige eine verbindliche Zusage, dass gezielte berufliche Weiterbildung seitens des Arbeitsamtes gefördert wird. Unter anderem bescheinigt dieser das jeweilige Ziel der Weiterbildung, deren Dauer sowie den Weiterbildungsort. Sämtliche dieser Aspekte werden dabei von dem Antragssteller in Zusammenarbeit mit seinem Berater festgesetzt. Zusätzlich dazu enthält der Gutschein eine Frist, innerhalb welcher eine Einlösung stattfinden muss. Die Frist beträgt dabei zwischen ein und drei Monaten, sie wird individuell von dem Arbeitsberater festgesetzt. Wird diese jedoch überschritten, verfällt der Bildungsgutschein und damit auch jegliche rechtsverbindliche Förderungszusage. Dabei können Arbeitslose auch selbständig einen geeigneten Träger auswählen, welcher die Weiterbildung durchführen kann. Auch hinsichtlich der Bildungsform gibt es etliche Möglichkeiten: Denkbar ist neben dem Präsenzunterricht beispielsweise auch E-Learning.

Wer ist förderungsberechtigt?
Um als förderberechtigt eingestuft zu werden, muss der Arbeitslose einige Bedingungen erfüllen. Die angestrebte Weiterbildung muss der verbesserten Eingliederung in den Stellenmarkt dienen, zudem muss eine umfangreiche Beratung bei dem jeweiligen Berater erfolgt sein. Da es sich bei dem Bildungsgutschein um eine Kann-Leistung handelt, kann der Antragsteller lediglich eine Bewilligung hierfür bekommen.

Welche Leistungen sind damit verbunden?
Die Leistungen, welche mit dem Gutschein verbunden sind, sind stets abhängig von den persönlichen Voraussetzungen des Arbeitslosen. Diese können beispielsweise neben den Weiterbildungskosten auch ein Unterhaltsgeld umfassen, in Höhe der zuletzt bezogenen Arbeitslosenunterstützung. Gegebenenfalls werden auch die Kosten für Anreise und Übernachtung sowie für benötigte Kinderbetreuung übernommen.

Wie kann man den Bildungsgutschein erhalten?
Zunächst muss der Antragssteller sein Interesse an einer Weiterbildung seinem Arbeitsvermittler mitteilen. Dieser prüft anschließend, ob jener sämtliche Voraussetzungen für einen solchen Gutschein erfüllt. Ist dies der Fall, wird ein zeitnaher Beratungstermin vereinbart. Zu diesem sollte der Bewerber unter anderem relevante Nachweise über bisherige Bewerbungsbemühungen mitbringen sowie Informationen über Arbeitsmarktrelevanz und Berufschancen im Anschluss an die Weiterbildung. Zudem ist es für eine erfolgreiche Antragsstellung wichtig, eine sogenannte Mobilitätserklärung abzugeben. Dies drückt die Bereitschaft des Interessenten aus, für einen neuen Job gegebenenfalls auch einen Ortswechsel in Betracht zu ziehen.

Nach diesem Gespräch erfolgt eine schriftliche Antragsstellung. Diese gilt es auszufüllen, anschließend nimmt das zuständige Arbeitsamt zu dem Antrag Stellung. Dabei muss sowohl die Maßnahmenummer als auch der Name des jeweiligen Weiterbildungsträgers sowie der Zeitpunkt mit enthalten sein. Zudem hat es sich in dieser Hinsicht als hilfreich erwiesen, weitere persönliche Qualifikationen anzugeben.

Wie sollte der Gutschein genutzt werden?
Der Gutschein sollte unbedingt innerhalb der vermerkten Gültigkeitsdauer bei dem jeweiligen Weiterbildungsträger eingelöst werden. Wichtig ist zudem, sich schon vor einer Antragsstellung für eine konkrete Weiterbildung sowie einen Anbieter entscheiden. Geeignete Maßnahmen finden sich beispielsweise bei seminare.de und macromedia-firmenseminare.de. Zudem sollte der Weiterbildungsträger ein Zustandekommen der Maßnahme garantieren können. Zu beachten ist außerdem die sogenannte Eingliederungsquote, welche seit dem 1.1.2003 greift und 70 % beträgt. Praktisch bedeutet dies, dass der jeweilige Weiterbildungsträger auch für eine erfolgreiche Vermittlung in den Arbeitsmarkt eine gewisse Mitverantwortung trägt. Kann er diese Quote nicht erfüllen, so kann dessen Weiterbildungsmaßnahme gegebenenfalls von dem Arbeitsamt als nicht förderungsfähig anerkannt werden.

Der Antragssteller selber sollte aufzeigen können, dass die von ihm gewählte Weiterbildung seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt realistisch erhöht und er Wert auf eine Qualitätssicherung der jeweils angebotenen Weiterbildungen legt. Dies kann auch in Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungsträger geschehen.

Was ist bei einem abschlägigen Bescheid zu tun?
Sollte der Antrag trotz der Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen abgelehnt werden, kann binnen eines Monats nach Erhalt des abschlägigen Bescheids schriftlich Widerspruch eingelegt werden. Anschließend erfolgt eine nochmalige Prüfung durch das Arbeitsamt. Sollte der Antrag nochmals abgelehnt werden, kann auch eine weitergehende Rechtsdurchsetzung in Betracht gezogen werden.

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