Jul

27

2012

Altersweitsichtigkeit: jetzt auch laserbar

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Gute Sicht ist eine Wohltat, die oft erst dann wertgeschätzt wird, wenn sie längst zu wünschen übrig lässt. Leider trifft es irgendwann fast jeden: Spätestens ab den mittleren Jahren schleicht sich das ins Blickfeld, was der Volksmund wenig schmeichelhaft und auch nicht ganz korrekt „Altersweitsichtigkeit“ nennt. Wer dann noch lesen will, kommt an einer Brille oder an Kontaktlinsen nicht mehr vorbei. So war es jedenfalls bisher – denn jetzt ist auch die Altersweitsichtigkeit laserbar.

Altersweitsichtigkeit – was ist das?
Ist das gesunde Auge entspannt, befindet sich der schärfste Punkt des Sehens in der Ferne. Fürs Nahsehen ist die Linse zuständig, die zwischen Hornhaut und Pupille sitzt. Das Auge kann nun bei Bedarf die Linse muskulär krümmen, um die Sehschärfe bis direkt vor das Gesicht hin zu fokussieren. Dieser Vorgang heißt Akkommodation. Die Fähigkeit zur Akkommodation ist im Kindesalter am größten und lässt von diesem frühen Zeitpunkt an bereits kontinuierlich nach, da die Linse mit den Jahren immer mehr an Elastizität einbüßt. Irgendwann – etwa im Lebensalter von 40 bis 50 Jahren – ist dann bei den meisten Menschen die Linsenbeugung in einem Maße verschlechtert, dass unermüdliches Lesen in einem bequemen Abstand von der Lektüre unmöglich wird.

Der maximale Nahsichtpunkt, der beispielsweise kleine Schrift gerade noch klar erkennen lässt, hat sich zu weit vom Gesicht entfernt, scharfes Sehen ist nur noch ab einer Mindestentfernung möglich, die fürs Lesen ungeeignet ist. Das Auge ist weitsichtig und braucht eine Lesebrille. Oder eben eine Laserbehandlung.

Mit der „normalen“ Weitsichtigkeit, die unabhängig von Linse und Akkommodation in jedem Alter auftreten kann, hat die Altersweitsichtigkeit, im medizinischen Fachjargon als Presbyopie bezeichnet, nichts zu tun. Presbyopie ist eine durch gewöhnliche Alterungsprozesse bedingte Sehschwäche und gilt demnach nicht als Erkrankung. Dies stellt auch den hauptsächlichen Grund dar, wieso die gesetzlichen Krankenkassen in dieser Angelegenheit weder die Kosten für Sehhilfen noch für Korrekturen mit Lasertechnik übernehmen.

In wenigen Sekunden macht der Laser eine Lesebrille überflüssig
Supracor heißt die innovative Software des Laserverfahrens, womit der speziell geschulte Augenarzt Presbyopie korrigieren kann. Der Eingriff selbst dauert nur Sekunden, die Behandlung insgesamt nur wenige Minuten. Dabei schneidet der Operateur berührungsfrei mittels Infrarotlaser mit enormer Präzision einen Flap (engl. für Deckelchen) in die Hornhaut. Der Flap wird dann aufgeklappt, sodass die Linse freiliegt und mit einem weiteren Speziallaser angepasst werden kann. Das individuelle Profil dieser Anpassung wird durch die Supracor-Software für jeden Patienten eigens berechnet. Die Altersweitsichtigkeit ist sofort korrigiert. Das Hornhautdeckelchen wird zugeklappt und wächst ganz von alleine wieder an.

Die Korrektur ist in jedem Fall dauerhaft. In Einzelfällen kann beim problemlosen Erkennen winziger Schrift noch eine schwache Lesebrille vonnöten sein. Am Tag des Eingriffs können die Augen etwas tränen und eventuell das Gefühl verursachen, es befänden sich Fremdkörper darin. Das alles vergeht aber schnell, und nach zwei Tagen sind die Patienten wieder voll arbeits- und lesefähig.

Wer kommt für eine Supracor-Behandlung infrage?
Leider können nicht alle Presbyopie-Patienten mit Supracor gelasert werden. Infrage kommt, wer zwischen 50 und 65 Jahre alt ist, dessen Altersweitsichtigkeit mindestens +1,5 Dioptrien beträgt und dessen anderweitige Sehschwächen sich zwischen +/-1 und +/- 3 Dioptrien bewegen (Quelle: internationalvisioncenters.com).

Für alle, deren Presbyopie dagegen im Bereich zwischen +0,5 und +1,0 Dioptrien liegt, existiert noch ein andere Laserbehandlung namens Intracor. Hierbei ist das Öffnen der Hornhaut mit einem Flap nicht notwendig, das Lasern der Linse selbst ist allerdings etwas aufwändiger. Daher kann auch nur ein Auge nach dem anderen korrigiert werden und nicht gleich beide auf einmal, wie es bei der Supracor-Methode der Fall ist.

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