Jul

19

2012

Als Arbeitnehmer die Kündigung erhalten, was tun?

Abgelegt in Allgemein

Wenn der Tag kommt, an dem man eine Kündigung erhält, ist die Enttäuschen oft sehr groß und dennoch muss das Leben weiter gehen. In solcher einer emotionalen Situation ist es sehr wichtig nicht den Kopf zu verlieren und trotzdem bei der Sache zu sein. Es gibt viele Dinge die der Arbeitnehmer gegen die Kündigung tun kann, doch aufgrund der Emotionalität heraus, werden wichtige Schritte oft übergangen. Erst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es eine ordentliche Kündigung und eine außerordentliche Kündigung gibt. Die ordentliche Kündigung ist fristgebunden mit einer Kündigungsfrist. Sie ist als die „normale“ Kündigung anzusehen. Dann gibt es noch die außerordentliche Kündigung. Diese ist ohne Kündigungsfrist und nur möglich, wenn die Einhaltung einer Frist unzumutbar ist. Jedoch sind beide Kündigungsformen aufgrund aller Kündigungsgründe denkbar.

Ist meine Kündigung rechtens?
Der Schock nach einer eingehenden Kündigung ist groß, doch sie sollten Ruhe bewahren und erst einmal prüfen, ob die Kündigung wirksam ist. Eine mündlich ausgesprochene Kündigung ist in jedem Falle unwirksam. Somit hat sie keinerlei rechtliche Bedeutung. Bekommt man eine Kündigung jedoch schriftlich erteilt, so ist sie wirksam. Doch das heißt nicht gleich in Panik verfallen. Als Erstes bestätigen sie, dass eine Kündigung bei ihnen eingegangen ist, doch erklären sie sich nie voreilig mit ihr einverstanden. In vielen Fällen sind Kündigungen gar nicht rechtswirksam. Einen besonderen Kündigungsschutz haben Frauen während der Schwangerschaft (bis 4 Monate danach), Schwerbehinderte, Wehrpflichtige, Zivildienstleistende, Auszubildende und Mitglieder des Betriebsrates oder der Jugend-und Auszubildendenvertretung. Befindet man sich im Kündigungsschutz, darf man sich mit der Kündigung nicht einverstanden erklären. Innerhalb von einer Frist von drei Wochen muss man eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Ebenfalls ist es von Vorteil die Kündigung einem Fachanwalt für Arbeitsrecht wie dem Anwalt Dr. Albrecht in München vorzulegen, sodass dieser sie auf seine Gültigkeit prüfen lassen kann.

Die Urlaubsabgeltung
Die Urlaubsabgeltung spielt bei einer Kündigung eine große Rolle. Sie ist der Ersatz für nicht genommenen Urlaub. Man hat jedoch nicht vorrangig Anspruch auf Urlaubsentgeltung sondern immer erst auf Urlaubsgewährung. Nur dann, wenn die Urlaubsgewährung nicht gewährleistet werden kann, hat man Anspruch auf Urlaubsabgeltung. Gibt der Arbeitgeber jedoch die Zusage zu einer Urlaubsabgeltung, muss er diese einhalten. Wurde das Arbeitsverhältnis beendet und es besteht noch Anspruch auf Urlaub so muss dieser abgegolten werden, da der Arbeitnehmer nicht mehr im Arbeitsverhältnis steht und so keiner Arbeitspflicht mehr unterliegt. Bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird der noch nicht erfüllte Urlaubsanspruch zu einem Abgeltungsanspruch. Siehe § 7 Absatz 4 Bundesurlaubsgesetz und http://www.business-netz.com/artikel/Personal/Arbeitsverhaeltnis/Urlaubsabgeltung-bei-Kuendigung.

Was tun nach einer Kündigung?
Liegt eine wirksame Kündigung vor ist es nötig, dass sofort das Arbeitsamt aufgesucht wird, um sich dort als arbeitssuchend zu melden. Wurde vor der Kündigung in drei Jahren mehr als 360 Tage gearbeitet, so steht dem betroffenen Arbeitslosengeld zu. Dieses entspricht 60% des letzten Nettoeinkommens, jedoch muss ein Antrag beim Arbeitsamt gestellt werden. Dafür muss vorliegen: Personalausweis, Lohnsteuerkarte, Sozialversicherungsausweis, Arbeitsnachweis über die letzten 12 Monate und ein eventueller Nachweis über schon früher gezahltes Geld vom Arbeitsamt.

Oft ist es der Fall, dass man kein Arbeitslosengeld bekommt, doch man sollte sich in jedem Falle arbeitssuchend melden, da diese Zeit auf die Rente angerechnet wird. Eine gute Möglichkeit ist ein Termin bei einem Arbeitsberater. Dieser kann Helfen neue Perspektiven zu eröffnen und Weiterbildungsmöglichkeiten vorschlagen. Es besteht ebenfalls an einem kostenlosen Bewerbungstraining teilzunehmen, was enorm wichtig ist, da sich die Ansprüche potentieller Arbeitgeber ständig ändern.

Wie verhalte ich mich?
Es ist wichtig einen klaren Kopf zu bewahren und sich seine Ziele genau vor Augen klar zu machen. Ein Absturz in eine Depression oder in die Isolation bringt gar nichts. Im Gegenteil: Die Situation verschlimmert sich nur. Es ist an der Zeit neue Perspektiven zu entdecken und sich neue Möglichkeiten zu eröffnen. Gedanken wie: „Ich bin nichts wert“, „Alles hat keinen Sinn mehr“ oder „Ich finde nie wieder einen neuen Job“ sollten von Anfang an verbannt werden. Denken sie an die vielen Möglichkeiten, die ihnen offen stehen. Vielleicht wartet ein neuer Beruf, der mehr Spaß und eine bessere Bezahlung bereithält. Eine Weiterbildung in eine höher qualifizierte Stelle ist gar nicht so aufwendig und erhöht die Chancen auf einen noch besseren Beruf. Eine Sache sollte bewusst sein: Es ist ihre Sache, was mit ihrem Berufsleben passiert! Jeder der Arbeit sucht findet auch welche! Mut neue Dinge auszuprobieren, neue Erfahrungen zu machen und Sachen für sich zu entdecken helfen.

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